Gutshof Reichertsried
eine Rohdung des Richards
Umgeben von fruchtbaren Äckern, saftigen Wiesen und ausgedehnten Wäldern, liegt der Gutshof Reichertsried in beschaulicher Höhe. Die Rohdung des bajuwarischen Siedlers Richard hat dem stattlichen Hof den Namen gegeben. Er darf als früher Rodungsort dem Kloster Dießen zugeordnet werden, das in der ganzen Gegend Besitzungen hatte. Bereits im 10. Jahrhundert erwähnt, ist seit der Zeit um 1400 die Schreibweise Reicherriedt und die Aussprache "Räuchariad", die zu erkennen geben, hier war eine Rohdung durch Brand. "Geheiligter Boden der Ureinwohner" liegt dem Gutshof in Gestalt der vorgeschichtlichen Hügelgräber zu Füßen. Der Guthof wurde vom Kommerzienrat Otto von Vollnhals, dem Pionier der Sendlinger Motorenwerke, erworben und gehört heute noch seiner Familie. Einst gehörte eine Kapelle dazu, dem hl. Mauritius geweiht.
In den Jahren 1953/1954 wurde die Feuerwehr
insgesamt dreimal zu Bränden zum Gutshof Reichertsried gerufen. Die erste
Alarmierung im März 1953 geht auf einen defekten Ofen zur Hennenaufzucht zurück
und vernichtete den einzeln stehenden Hühnerstall mit einer angrenzenden
Garage. Der zweite Brand im Juni 1954 richtete erheblichen Schaden an. Der
Stadel mit den gesamten Erntevorräten, der gesamte Kuh- und ein Teil des
Pferdestalles brannten bis zu den Grundmauern nieder. Das Feuer drohte aber auch
auf die direkt angrenzenden Jungviehstallungen und auf das Wohnhaus überzugreifen.
Durch den Einsatz von insgesamt sechs Feuerwehren konnte dies aber weitgehend
verhindert werden. Das Löschwasser wurde aus einem Löschteich entnommen und
zusätzlich wurde das Wasser aus der Ortschaft mittels Odelfässer angefahren.
Noch während der polizeilichen Ermittlungen kam es zur nächsten Alarmierung.
Der Brand konnte aber schnell gelöscht werden und es entstand nur geringer
Sachschaden. Wie sich dann später herausstellte, wurden die beiden letzten Einsätze
durch Brandstiftung eine Gutmitarbeiters verursacht. Man war sich abschließend
einig, dass durch die Motorisierung ein schnelleres Eingreifen und damit eine
Schadensbegrenzung möglich wurde. Der Besitzer des Gutes äußerte sich in
einem Dankesschreiben sehr lobenswert über den unermüdlichen und aufopfernden
Einsatz der Feuerwehrleute. Im Ostgiebel eine Florianstatue abgebracht worden.