Wallfahrtskirche St. Rasso Grafrath  

Wallfahrtskirche Grafrath

Die Wallfahrtskirche Grafrath ist seit der Gründung des Pfarrverbandes Grafrath, 1979, die Mittelpunktskirche der eigenständigen katholischen Pfarreien Unteralting und Kottgeisering. Vor der politischen Gebietsreform 1972 bestand der Ort Grafrath nur aus der Wallfahrtskirche, dem Kloster und der Klosterwirtschaft. Die Wallfahrtskirche gehört zur Diözese Augsburg, die Pfarrverbandskirche zur Erzdiözese München - Freising. Die Pfarreien Unteralting und Kottgeisering gehören zur Erzdiözese München – Freising. Der Pfarrverband und die Wallfahrtskirche wird von Franziskanern aus St. Annaberg (Schlesien) betreut. 

Die Gebeine des Hl. Rasso

St. Rasso aus dem Geschlecht der Grafen von Andechs war ein Zeitgenosse des hl. Bischofs Ulrich von Augsburg. Wie dieser hat Graf Rasso im Dienst des Bayernherzogs Heinrich siegreich gegen die Ungarn gekämpft. Schlacht auf dem Lechfeld 948. Über den hl. Rasso gibt es seit kurzem ein hochinteressantes, wirklich faszinierendes, spannendes und lesenswertes Buch: "Graf Rasso'', geschrieben von Ernst Meßmer. Die ausgezeichneten Fotos sind von Herbert Brettner. 

Deckenfresken

St. Rasso baute im Jahre 950 die erste Kapelle. Die Grundsteinlegung für das heutige Gebäude, der 5. Kirche an dieser Stelle, war 1688, die Weihe 1695. Das Gotteshaus ist ein Meisterwerk von dem Vorarlberger Baumeister Michael Thumb, dem Augsburger Freskanten Johann Georg Bergmüller , den Münchner Hofbildhauern Johann Baptist Straub und Ignaz Günther, den Wessobrunner Stukkateuren Johann Üblherr und den Brüdern Franz und Johann Feichtmayr. Durch die Verbindung dieser hervorragenden Meister in ihrem Fach ist hier ein Werk von hoher kunstgeschichtlicher Bedeutung entstanden.

Die traditionelle Verbindung der Münchner Bürger zum hl. Rasso ist durch Wallfahrten und großzügige Stiftungen verbürgt. Das Münchner Wappen neben der Uhr im Chorbogen beweist das. Generationen von Frauen, Männern und Jugendlichen sind zum "Steinheiligen" gepilgert und haben Hilfe erlangt. Gott allein weiß wie viel Segen in die Familien floss. Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte Grafrath neben Altötting und Andechs zu den drei großen Wallfahrtsorten Südbayerns. Die renovierte Kirche soll nun beitragen die Wallfahrt zum hl. Rasso zu stärken und wieder neu aufleben zu lassen. 

Der Hochaltar Ein Bild von einem Seitenaltar

Restaurierung

Restaurieren heißt wieder herstellen. Also das Ursprüngliche wieder zu tage bringen, den Originalzustand anstreben. Mit künstlerischem Einfühlungsvermögen, naturwissenschaftlichen Kenntnissen, chemischen Untersuchungen und kunsthistorischem Wissen ist es der Firma Wiegerling Bad Tölz gelungen das barocke Juwel zu erneuern.

Nach vierjähriger Renovierung erstrahlt und leuchtet das Gotteshaus im neuen Glanz. Alte Farbschichten der Raumschale wurden entfernt. Die originale Stuckglätte, so wie sie vor 300 Jahren war, kam zum Vorschein. Die Fresken wurden in mühevoller Kleinarbeit gereinigt. Die Rassokirche ist eine der wenigen Gebäude in Bayern, in der die Fresken im Originalzustand, also ohne Übermalung und Ausbesserung, erhalten sind. Unter dem schwarzen Anstrich am Gitter fanden die Restauratoren eine graue Farbe. Jetzt strahlt das Gitter in einer hellgrauen und goldenen Pracht. Am Hochaltar sind frühere Übermalungen an den Figuren entfernt, und die ursprüngliche Bleifassung freigelegt worden.

Im Zuge der Gesamtrenovierung sollte auch der Altarraum eine zeitgemäße Gestaltung erfahren. Über tausend Jahre lang feierte die Kirche in der hl. Messe vor allem das Erlösungsopfer, das Christus mit seinem Tod vollbracht hat. Deshalb wandte sich der Priester am Altar dem Kreuz und nicht der Gemeinde zu. Im II. Vatikanischen Konzil (1962 - 68) machte die Kirche in der Liturgie einen radikalen Sprung zurück in die junge Kirche. Verkündigung in der Muttersprache und eucharistisches Mahl bestimmen den Gottesdienst. Der Tisch des Mahles und der Ambo sind in der Mitte des Kirchenraumes. Der in sakrale Kunst erfahrene Bildhauer Michael Sailstorfer wurde von den Baureferenten der Diözesen München und Augsburg beauftragt, dem Kirchenraum angepasst, eine Lösung zu finden, die liturgisch und künstlerisch überzeugen kann. Eine historisierende Gestaltung lehnten beide Baureferenten ab. Die Mensa besteht aus 3 gleichgroßen Blöcken. Sie symbolisieren die hl. Dreifaltigkeit. Der Altar ist von tiefer Symbolik. Im Weihegebet heißt es: " Dieser Altar sei uns ein Bild des Herrn Jesus Christus, aus dessen geöffneter Seite im Wasser und im Blut die Sakramente der Kirche hervorgehen". Die Mensa steht in der Mitte, weil Christus auf dem Altar bei der Feier der Eucharistie mitten unter uns ist. Dieser Altar ist verankert und steht unverrückbar fest. Niemand kann ihn beiseite schieben. Auch dadurch verweist er uns auf unseren Herrn Jesus Christus. Denn Christus ist für uns die unverzichtbare, durch nichts und niemanden zu ersetzende Mitte.                                           

Termine

Sonntag 16. Mai 2004  9.00 Uhr  Festgottesdienst zur Wiedereinweihung der Rassokirche und Konsekration des neuen Volksaltars.

Pfingsten 30./31. Mai 2004    Beginn der Mirakelbuchausstellung

Historienspiel:   

Das "Spiel vom Leben und Sterben des heiligen Rasso"   wird an folgenden Tagen aufgeführt:  18. 19. 20. 25. 26. 27. Juni 2004.

Spielbeginn jeweils um 21.00 Uhr. Keine Pause. Abendkasse ab 19.00 Uhr.  Kartenvorverkauf ab 6. Mai 2004 Grafrath Klosterstr. 3 oder telefonisch unter (08144) 99 69 394 jeweils donnerstags von 16.00 bis 20.00 Uhr    samstags von 10.00 bis 14.00 Uhr.  Bei schlechter Witterung erfahren Sie ab 19.00 Uhr unter der Telefonnummer (08144) 99 69 394  ob die Veranstaltung stattfindet, oder welcher Ersatztermin bei Verschiebungen in Frage kommt.  

Sonntag 20. Juni 2004. 10.00 Uhr Festgottesdienst in der Rassokirche    Rassofest, Gedenken an den 1050. Todestag des heiligen Rasso     14.30 Uhr: Erteilung des Rassosegens  

Samstag 3. Juli 2004   19.00 Uhr   Rassokirche oder Klostergarten Jugendgottesdienst

Weitere Veranstaltungen werden in der Tagespresse vom Kulturverein Grafrath bekanntgegeben.